Tages-Kommentare

Monat: Juni 2025

  • Warum der schlechte Ruf der Mathematik gefährlich ist

    Warum der schlechte Ruf der Mathematik gefährlich ist

    Eine Talk-Show mit vielen interessanten Leuten, insbesondere aus dem Kulturbereich. Der Gast wird nach seinen Erlebnissen in der Schule gefragt. Was wird unweigerlich kommen? Genau, der Hinweis das insbesondere Mathematik nicht sein bestes Fach ist. Ein Satz, bei dem man das verständnisvolle Lachen des Publikums auf ihrer Seite weiß. Der Gastgeber stimmt in das Kokettieren mit den schlechten Rechenleistungen ein, „wir wissen ja alle, wie das ist“. Offensichtlich ist es ein Alleinstellungsmerkmal der Mathematik, dass man in der Öffentlichkeit ohne Scham seine eigene Unkenntnis als Fähigkeit darstellen kann. So nach dem Motto: „Für Mathe blieb halt keine Zeit, musste unbedingt Gedichte interpretieren um zu einem echten Mensch zu werden“. Und mal ehrlich, bis auf ein paar Ingenieure sind nur wenige bereit, öffentlich zu sagen, dass ihnen Mathe Spaß gemacht hat und sie etwas mit Physik anfangen konnten, ist auf der Party eher kein Smalltalk Thema. Warum ist das nun gefährlich?

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  • Der andere Blick führt in die Irre – ein Artikel in der NZZ

    Der andere Blick führt in die Irre – ein Artikel in der NZZ

    Wie Antidiskriminierungsgesetze Freiheit und Eigentum gefährden

    Eine steile These von Malte Fischer, dem Wirtschaftsredakteur der Neuen Züricher Zeitung1, der anlässlich einer Konferenz zum Antidiskriminierungsgesetz in Berlin einen Artikel im Newsletter „Der andere Blick am Morgen“ geschrieben hat. Das Wirtschaftsleben kann nur funktionieren, wenn man Diskriminierung erlaubt. Das Konzept von Eigentum beruht auf der Beschränkung von Zugang zu Ressourcen. Wenn Antidiskriminierungsgesetze die Möglichkeit verneinen, den Zugang zu Ressourcen zu beschränken, fehlt ein wichtiges Element der sozialen Kontrolle, Zitat: „Weil Antidiskriminierungsgesetze das Ausschlussprinzip aushebeln, fördern sie unzivilisiertes Verhalten.“ Als ich das gelesen habe, musste ich erstmal trocken schlucken und meinen Beißreflex unter Kontrolle halten. Aber dann habe ich mich gezwungen, mich auf die Argumentation einzulassen. Hier das Ergebnis meiner Überlegungen.

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  • Ein Ausflug in die Parallelwelt

    Ein Ausflug in die Parallelwelt

    Ich reise beruflich ab und zu international, und dabei begegnet mir immer wieder die „Parallelwelt“, wie sie ein sehr geschätzter Kollege bezeichnet. Ich meine die umspannende Welt der Luxus-Marken, die auf jedem Flughafen gleich ist und in den Metropolen die Shopping-Malls füllt. Dior, Cartier, Burberry, Montblanc und Piaget, Gucci und Tiffany und wie sie noch alle heißen. Ich war jüngst in Taiwan und bin durch die Mall am 101, dem momentan nach Wikipedia elfhöchsten Hochhaus der Welt geschlendert, einer echten Sehenswürdigkeit. Also genau durch diese besondere Welt Auf der Reise habe ich mich auch mit einem Buch zu einer Einführung in die Soziologie1 beschäftigt, und da sind mir einige Gedanken zu der Parallelwelt gekommen.

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  • Deformation Professionelle(1) – von Komplexität und Ingenieuren

    Deformation Professionelle(1) – von Komplexität und Ingenieuren

    Ich bin ein Ingenieur, und habe daher eine tiefe Abneigung gegen Dinge, die sich nicht einfach erklären lassen. In meiner Welt müssen Dinge erklärbar sein, weil es immer Beziehungen zwischen verschiedenen Ereignissen gibt, die sich aufdecken lassen. Der Zwang, alles einfach erklärbar zu machen, hat viele Innovationen erzeugt, ist aber so etwas wie eine Berufskrankheit, wenn modellhafte Vereinfachungen auf prinzipiell komplexe Probleme angewendet werden. Die naturwissenschaftliche Sichtweise hat unsere Berufsgruppe so erzogen. Insbesondere bei gesellschaftlichen oder sozialen Problemen kann diese Sichtweise zu unzulässigen Vereinfachungen führen. Dann versagt ein rein mechanisch-eindimensionaler Ansatz. Nun habe ich ein interessantes Buch (2) gelesen, das sich mit dieser Vereinfachung beschäftigt und der Komplexität ein eigenes Existenzrecht zubilligt, ohne dass dafür die naturwissenschaftliche Sichtweise aufgegeben werden muß.

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  • „ACAB“ ist vor allem eins – eine abgrundtief dumme Aussage

    „ACAB“ ist vor allem eins – eine abgrundtief dumme Aussage

    Die Grüne-Jugend-Chefin Jette Nietzard trägt einen Pulli mit der Aufschrift “ACAB“ – steht für “All Cops Are Bastards“ – und wird dafür schwer kritisiert1. Ich finde, diese Kritik ist berechtigt. Die Jugend-Organisationen von Parteien sind selten angepasst, sie haben eine eher radikalere Einstellung zu den Entscheidungen der „Eltern“-Partei. So weit so normal. Aber die Aussage zeigt vor allem eins, die Arroganz von links- und rechtsradikalen Kräften, eine.solche pauschale, ehrverletzende und rechtlich mehrfach beanstandete Aussage treffen zu dürfen. Das ist ein Zeichen einer Debattenkultur, die einer demokratischen Jugendorganisation nicht gut zu Gesicht steht.

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